Psychotherapie (HPG) für Kinder und Jugendliche
1. Was bedeutet die Abkürzung HPG?
Das Heilpraktikergesetz (HPG) regelt die Voraussetzungen zur Führung der Berufsbezeichnung Heilpraktiker. Es handelt sich dabei um eine geschützte Tätigkeitsbezeichnung für Personen, die nach dem HPG die staatliche Erlaubnis besitzen, Heilkunde auszuüben, ohne über eine ärztliche Approbation zu verfügen.
2. Was ist Psychotherapie (HPG)?
Diplom-Psychologen dürfen heilkundliche Psychotherapie nach dem HPG ausüben, wenn sie gegenüber dem Gesundheitsamt eine Spezialisierung in den Bereichen Diagnostik, Klinische Psychologie, Psychopathologie und Interventionsmethoden nachweisen. Die Ausbildung im Rahmen des fünfjährigen universitären Studiums (inkl. mehrerer Praktika) umfasst den Erwerb weiterer fachspezifischer Kompetenzen, die für die heilkundliche Arbeit als psychotherapeutisch tätiger klinischer Psychologe von großer Bedeutung sind; bspw. fundierte Kenntnisse in den Bereichen Entwicklungs-, Wahrnehmungs-, Persönlichkeits- und Sozialpsychologie, Evaluation und Forschungsmethoden, Statistik und Testpsychologie.
3. Welche Interventionsverfahren werden eingesetzt bzw. wie sieht die Psychotherapie (HPG) aus?
Die Behandlung erfolgt in meiner Praxis multimodal nach einer individuellen Therapieplanung unter Einsatz kognitiver, kognitiv verhaltenstherapeutischer, systemischer, gesprächstherapeutischer und tiefenpsychologischer Maßnahmen. Es werden je nach Bedarf unterschiedliche sogenannte therapeutische Bausteine kombiniert, um die Erfolgswahrscheinlichkeit für die Behandlung zu maximieren. Die Einbeziehung und die Unterstützung der Eltern stellt neben der Behandlung des Kindes/ des Jugendlichen eine wichtige Komponente dar. Außerdem wird großer Wert auf die Kooperation mit Ärzten und beteiligten Institutionen (bspw. Schule, Jugendamt) gelegt.
4. Andere Anbieter von Psychotherapie
Die berufsrechtliche Legitimation zur Ausübung heilkundlicher Psychotherapie besitzen neben spezialisierten Diplom-Psychologen (vgl. Punkt 2) die Fachberufe des Heilpraktikers, des psychologischen Psychotherapeuten, des ärztlichen Psychotherapeuten und des Psychiaters. Nähere Informationen zur Unterscheidung der genannten Berufsbilder finden sie hier
5. Wie wird die Psychotherapie (HPG) vergütet?
Aus berufsrechtlichen Gründen muss bezüglich der Kostenerstattung für die Psychotherapie (HPG) differenziert werden. Es gilt als Voraussetzung, dass eine klinisch bedeutsame psychische Störung mit Krankheitswert (gemäß den Konventionen der Weltgesundheitsorganisation) fachärztlich festgestellt wurde und deswegen eine psychotherapeutische Maßnahme indiziert ist.
Die Übernahme der Kosten für eine Psychotherapie (HPG) durch eine private Krankenkasse hängt vom Versicherungsvertrag zwischen der Krankenkasse und dem Versicherungsnehmer ab. Viele private Krankenkassen erstatten die Kosten.
Es besteht die Möglichkeit der Kostenerstattung für eine Psychotherapie (HPG) bei gesetzlichen Krankenkassen, wenn der Patient keinen geeigneten Therapieplatz bei einem Vertrags-Psychotherapeuten finden kann (wenn bspw. die Wartezeit bei einem Vertrags-Psychotherapeuten unzumutbar lang oder die Distanz zwischen Wohnung des Patienten und Praxis des Vertrags-Psychotherapeuten unzumutbar groß wäre). Die Bewertung, ob im Einzelfall die Kostenerstattung für eine Psychotherapie (HPG) möglich ist, obliegt der Krankenkasse.
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